ÖV-Erschließung Linz Süd und Ost mit Seilbahn – Warum in die Luft gehen, wenn zu ebener Erd schon vieles da ist?

Offene Variantenuntersuchung auch für diese Verkehrsrelation
erforderlich!

Grundsätzlich sind innovative Lösungen zur Lösung der
Verkehrsprobleme zu begrüßen.
Es gehört aber auch eine Portion Mut dazu, wenn man eine technische
Lösung, die vor 20 Jahren in ähnlicher Weise in Linz vorgeschlagen
und damals von der Politik vehement abgelehnt wurde (Anbindung
Hauptbahnhof an die Hauptachse der Straßenbahn bzw. auch in das
östliche Stadtgebiet), einen neuen Anlauf nimmt. Damals hat die
Politik zahlreiche Argumente dagegen ins Spiel gebracht: unzulässiger
Eingriff ins Stadtbild, isolierte Verkehrslösung, Sicherheitsrisiko
durch fahrerlose Fahrzeuge, aufwendige Haltestellengestaltung,
zusätzliches Umsteigen, ungeeignet wegen ausgeprägten Spitzen- und
Schwachlastzeiten, um nur einige der ablehnenden Argumente
anzuführen. Dabei ist vollkommen in den Hintergrund getreten, dass
diese Lösung nur ein Drittel der letztendlich umgesetzten
Politikvariante gekostet hätte und wesentlich leistungsfähiger
gewesen wäre.

Jetzt soll aber eine Seilbahn auf einer Verkehrsrelation kommen, wo
heute schon die Schienen liegen.

Wenn man heute eine Diesellok organisiert, kann man schon morgen mit
der richtigen Weichen- und Signalstellung vom Bhf. Ebelsberg die rund
8 km quer durch Linz bis zum Posthof fahren – und wenn die Schienen
nicht im vorauseilenden Gehorsam herausgerissen worden wären – einen
weiteren Kilometer bis zur Hafenstraße, also fast bis zur Donau.
D.h. mit einer Fahrt 5 km entlang der Westbahn bis auf Höhe der A7
und rd. 3 km entlang der Hafenbahn kommt man heute schon vom Bahnhof
Ebelsberg ins Hafenviertel.
Die für die Seilbahn geplanten Stationen könnten fast ortsgleich
auch entlang der angesprochenen Bahnstrecken angeordnet werden. In
Kleinmünchen müsste der vor etwas mehr als 10 Jahren stillgelegte
Bahnhof wieder reaktiviert werden. Im Bereich der Hafenbahn
entsprechen die Stationen den von der Initiative Verkehrswende Jetzt
(www.verkehrswende-jetzt.at) vorgeschlagenen Halten der S-Bahn als
Teil der 2-Achsen-Lösung, einer ÖV-Erschließung des östlichen
Stadtgebietes durch zwei oberirdische Schienenachsen für die
Straßenbahn und die S-Bahn.

Siehe dazu
http://www.inamo.at/wp/grossraum-linz/zweite-strassenbahnachse-linz/2-achsen-loesung-linz/

Eine relativ rasche Umsetzung dieser direkten Schienenverbindung
braucht einerseits die Bereitschaft der Politik, vorhandene
Infrastruktur zu nutzen (Hafenbahn), und nicht alternativ dazu sehr
teure Tunnelstrecken zu bauen und betreiben zu müssen aber auch einen
verstärkten Druck in Richtung Wien, die rd. 3,5 km lange Lücke im
4-spurigen Westbahn-Ausbau im Bereich Kleinmünchen Nord endlich zu
schließen. Hier rächt sich, dass die oö Politik in den letzten
Jahren beim Bund für den Ausbau der Bahninfrastruktur nicht
annähernd so viel Druck gemacht hat wie für den Westring und damit
noch für Jahre dieser Flaschenhals bestehen bleiben soll.
Die Fahrzeit von Linz Süd ins Hafenviertel mit der konventionellen
Bahn wäre deutlich schneller als mit der Seilbahn, zumal man auch bei
den Haltestellen die zusätzliche Fahrt in luftige Höhen nicht
absolvieren muss.
Für alle, die von Südosten (Enns, Steyr, …) nach Linz und vor
allem ins Hafenviertel wollen, könnte mit der Bahnlösung eine
direkte Verbindung (also ohne Umsteigen in Ebelsberg) angeboten
werden.
Diese für das stark auszubauende S-Bahn System aktivierte Bahnstrecke
im Hafengebiet könnte dann neben einer zum Hauptbahnhof (und weiter)
durchgebundenen Mühlkreisbahn und einer angedachten Bahn aus dem
Bereich Gallneukirchen/Pregarten auch Verkehre von der Westbahn aus
Richtung Wels, von der Pyhrnbahn und auch der LILO aufnehmen und sich
zu einer zentralen ÖV-Achse im Großraum Linz entwickeln.
Mit deutlich geringerem Aufwand könnte auch diese neue
Nord-Süd-Relation im Linzer Osten mit vorhandener und teilweise für
den Nahverkehr zu adaptierenden Bahninfrastruktur abgedeckt werden.

Wir können daher erneut an die Politik appellieren, hier offen an
alle möglichen Verkehrsvarianten heranzugehen und diese auch zu
prüfen.
Gerade wenn man Geld vom Bund erwartet, kann man davon ausgehen, dass
dieser vor der Zusage entsprechender Finanzmittel eine offene Prüfung
aller denkbaren Verkehrslösungen einfordern wird.

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