Andere Trasse der Ostautobahn – Politik warnt vor 10 Jahren Verzögerung! Und was ist mit den Verzögerungen beim Bahnausbau?

Wenn Herr LR Steinkellner meint, dass eine Änderung bei der Trasse der Ostumfahrung eine Verzögerung von 10 Jahren verursachen könnte, dann stellt sich im gleichen Augenblick die Frage, wer für die Verzögerung von über 20 Jahren verantwortlich ist, die beim für den Großraum Linz so wichtigen 4-spurigen Ausbau der Weststrecke im Bereich Kleinmünchen eintreten wird.

Laut Presseunterlagen von Staatssekretär Kukacka vom 28.3.2003 sollte diese Baumaßnahme schon 2006 abgeschlossen sein und es gab dazu auch einen verbindlichen Auftrag für die Umsetzung an die ÖBB (http://www.inamo.at/presseaussendung/2021-9/9_OEBB_Uebertragungsverordnung_2001.pdf).

Gekommen ist sie aber nicht.

Wer hat das vermasselt? Gab es darüber je einen Aufschrei? Natürlich nicht!

Auch nicht darüber, dass seit 25 Jahren die Summerauer Bahn nicht ausgebaut wird, auch nicht die Mühlkreisbahn und auch nicht die Pyhrnbahn, so wie in den 90er Jahren angekündigt

(http://www.inamo.at/presseaussendung/2021-9/Ankuendigungen_Ausbau_Pyhrnbahn_1993.pdf).

Wäre der 4-spurige Ausbau der Weststrecke im Osten von Linz schon seit 2006 fertiggestellt, würde man heute nicht über Stadtseilbahnen philosophieren, weil ja die naheliegendste Verbindung in Form von Schienensträngen auch ins Hafenviertel längst umgesetzt sein könnte.

Übrigens: Vor 25 Jahren hat die Politik in Linz in breiter Front den Überlegungen zur Errichtung einer Stadtseilbahn eine deutliche Abfuhr gegeben.

Ein Armutszeichen, wenn jetzt die Politik jammert, dass man beim 4-spurigen Ausbau noch nicht so weit ist wie längst notwendig.

Vielleicht hat man in den letzten 15 Jahren zu viel auf das falsche Pferd gesetzt und zu wenig auf jene Maßnahmen, die wir für die Abwehr der Klimakatastrophe dringendst brauchen.

Einen Aufschrei gibt es nur, wenn es um Straßen geht, die nicht kommen sollen, wie z.b. bei der Kriegserklärung des Landes OÖ an den Bund, was die mögliche Nichterrichtung des Westringes betrifft.

Es stellt sich auch die Frage, ob das Zeichnen von Horrorszenarien für den Zentralraum durch explodierenden Lkw-Verkehr auf dem Bauchgefühl der Politik aufbaut oder auf konkreten Zahlen. Die bisherigen Zahlen der Beamten des Landes OÖ zeigen jedenfalls ein komplett anderes Bild.

Wem man heute noch davon ausgeht, dass sich neue stark wachsende Achsen des internationalen Lkw-Güterverkehrs entwickeln können, dann muss man dazu sagen, dass das unvereinbar mit den Klimazielen ist. Da muss sich auch die EU wirksame Gegenmittel einfallen lassen und nicht durch EU-Regeln seit Jahren den vorgezogenen Ausbau der Summerauerbahn verhindern, sonst wird das nichts mit dem Green Deal.

Im Hinblick auf das Erreichen der Klimaziele ist das Vorziehen des Ausbaues der Summerauerbahn – übrigens seit Langem von der Politik versprochen – alternativlos.

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