{"id":352,"date":"2014-09-01T15:39:58","date_gmt":"2014-09-01T13:39:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.inamo.at\/wp\/?p=352"},"modified":"2014-09-01T15:49:42","modified_gmt":"2014-09-01T13:49:42","slug":"unterirdische-2-strassenbahnachse-waere-extrem-teuer-und-fuer-die-fahrgaeste-unattraktiv","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.inamo.at\/wp\/unterirdische-2-strassenbahnachse-waere-extrem-teuer-und-fuer-die-fahrgaeste-unattraktiv\/","title":{"rendered":"Unterirdische 2. Stra\u00dfenbahnachse in Linz w\u00e4re extrem teuer und f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste unattraktiv!"},"content":{"rendered":"<p>L\u00e4nge der Tunnelstrecken der \u00d6ffis je Einwohner w\u00e4re in Linz dann h\u00f6her als in Wien!<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich ist es zu begr\u00fc\u00dfen, dass sich Stadt und Land vor kurzem \u00fcber die Kostenaufteilung der 2. Stra\u00dfenbahnachse in Linz geeinigt haben.<\/p>\n<p>Dennoch ist es nach wie vor zu hinterfragen, ob nicht eine deutlich billigere, d.h. weitgehend oberirdische Projektsl\u00f6sung auch auf der Linzer Seite der bessere Weg w\u00e4re. In Zeiten von SWAP und radikaler K\u00fcrzung der Geldmittel in Linz auf allen Ebenen (\u201erigides Kostenmanagement\u201c, K\u00fcrzung oder Streichung der Unterst\u00fctzung von Vereinen, Turnhallengeb\u00fchr, \u2026) ist es mehr als nahe liegend, das Sparen bei den gr\u00f6\u00dften Brocken anzufangen.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nWenn man eine weitgehend oberirdische Trasse umsetzt, spart man nicht nur Hunderte Millionen Euro in der Errichtung und im Betrieb (die in weitere wichtige \u00d6V-Projekte investiert werden sollten), sondern schafft auch eine attraktive L\u00f6sung f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste. Die deutlichen Mehrkosten der unterirdischen Stra\u00dfenbahn bringen keinen Mehrwert, zumindest nicht f\u00fcr die \u00d6V-Fahrg\u00e4ste.<\/p>\n<h3>\u00a0Wollen die Fahrg\u00e4ste das auch wirklich?<\/h3>\n<p>Bevor man ein derartiges Projekt angeht, m\u00fcsste man zuerst die potenziellen Fahrg\u00e4ste fragen, ob sie wirklich auf so gro\u00dfer L\u00e4nge unterirdisch fahren wollen, ohne dort aber schneller zu sein! Ob sie beim Ein- und Aussteigen gerne 2-3 Stockwerke immer wieder hinunter und wieder hinauf wollen? In einer alternden Gesellschaft ist jede Erschwernis des Zugangs zum \u00d6V zu vermeiden, und dazu geh\u00f6ren nun mal tiefergelegte Haltestellen. Wenn schon abtauchen, dann punktuell mit dem Autoverkehr, der viel steilere und daher k\u00fcrzere Rampen zul\u00e4sst als die Stra\u00dfenbahn. Zeitvorteil durch unterirdische F\u00fchrung nicht gegeben! Wenn man die Stra\u00dfenbahn an der Oberfl\u00e4che (bei den Kreuzungen) auch \u00fcberall bevorrangt, dann ist hier \u2013 vor allem auch aufgrund des geplanten geringen Haltestellenabstandes &#8211; auch kaum ein Zeitverlust gegen\u00fcber einer unterirdischen L\u00f6sung gegeben. Ber\u00fccksichtigt man die Zeit, die die Fahrg\u00e4ste von der Oberfl\u00e4che bis zur Einsteigestelle in der Tiefe ben\u00f6tigen, dann ist jeder Zeitvorteil dahin.<\/p>\n<h3>\u00a0Enger Haltestellenabstand verteuert das Projekt noch einmal!<\/h3>\n<p>Auf der geplanten Trasse mit 7 unterirdischen Haltestellen ist die 2. Stra\u00dfenbahnachse keine U-Bahn sondern eine tiefergelegte Stra\u00dfenbahn oder auch Unterflurstra\u00dfenbahn. Zwischen der Unteren Donaul\u00e4nde und der Lastenstra\u00dfe ist auf dem rd. 2,7 km langen Abschnitt ein mittlerer Haltestellenabstand von 375 m geplant, der durchschnittliche Haltestellenabstand bei der Wiener U Bahn liegt mit 770 m beim Doppelten dieses Wertes, wodurch die Reisegeschwindigkeit und Berechtigung im Untergrund zu fahren steigt. Beim Haltestellenabstand wie bei einer U-Bahn w\u00e4ren 3-4 (der 7 geplanten) unterirdische Haltestellen einzusparen und damit inkl. Betriebskosten \u00fcber 100 Mio Euro. Das ist das 40-fache der geplanten Verbreiterung der NIB f\u00fcr Radfahrer bzw. das rd. 300 fache des j\u00e4hrlichen Linzer Radverkehrsbudgets. Gem\u00e4\u00df aktueller Verkehrserhebung ist die Zahl der Binnenwege in Linz im \u00d6V nicht einmal 3 x so gro\u00df wie die des Radverkehrs, bei den geplanten Investitionen ist das Verh\u00e4ltnis \u00d6V zu Rad rd. 100 zu 1, also sehr einseitig zugunsten des \u00d6V (dieses gilt bei Umsetzung des Westringes nat\u00fcrlich in gleichem Ma\u00dfe f\u00fcr den MIV). Bei der Verlagerung des Autoverkehrs auf den Umweltverbund muss die Stadt Linz den kosteng\u00fcnstigsten Weg gehen und daher \u00d6V und Rad in angemessenem Verh\u00e4ltnis parallel gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<h3>Was spricht (nach Meinung der Politik) gegen eine oberirdische F\u00fchrung?<\/h3>\n<p>Prim\u00e4r der Autoverkehr in seinem derzeitigen Ausma\u00df. Mit einer Stra\u00dfenbahn kann man bei gleichem Querschnitt mind. 10 x so viele Verkehrsteilnehmer bef\u00f6rdern wie mit Pkws. Aus diesen \u00dcberlegungen muss der Stra\u00dfenbahn klar der Vorzug bei der Nutzung der Stra\u00dfe an der Oberfl\u00e4che gegeben werden. Der Autoverkehr hat kein Vorrecht zur alleinigen Nutzung dieser Fl\u00e4che.<\/p>\n<h3>Chance der Neuorientierung der Stadt nur bei oberirdischer F\u00fchrung!<\/h3>\n<p>Eine weitgehend unterirdische Trasse w\u00e4re bei Betrachtung des Stra\u00dfenbahnbooms, der seit rd. 15 Jahren in Europa l\u00e4uft, eine absolute Ausnahme, und noch dazu eine sehr teure. Mit der Wiedereinf\u00fchrung der Stra\u00dfenbahnen in Europa ist oft auch eine st\u00e4dtebauliche Neuorientierung in den St\u00e4dten einhergegangen, die Betonung einer nachhaltigen und menschenfreundlichen Nutzung der \u00f6ffentlichen Fl\u00e4chen, die st\u00e4ndig pr\u00e4sente Stra\u00dfenbahn ist dann ein wichtiger Teil dieses neuen Kurses. Ein Weg, der auch in Linz unbedingt genutzt werden sollte. Wenn die Stra\u00dfenbahn im Untergrund verl\u00e4uft, dann l\u00e4sst man diese Chance aus und verst\u00e4rkt den Charakter einer autozentrierten Stadt. Man hat noch immer alle Zeit und alle M\u00f6glichkeiten, bei der weitgehend oberirdischen L\u00f6sung das Maximum herauszuholen:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0 Optimale Bevorrangung der Bim bei Kreuzungen und Ampeln<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0 Reduktion von Gefahrenstellen durch vorausschauende Planung<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0 Ausgiebige Information der Autofahrer, dass in der Gruberstra\u00dfe in Zukunft nur mehr eine Fahrspur je Richtung vorhanden sein wird und die Stra\u00dfenbahn in kurzem Intervall vorbeikommt.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0 Generell muss man sich bei einem derart gro\u00dfen Projekt, dass starke Auswirkungen auf das Verkehrsgeschehen zumindest in diesem Bereich der Stadt haben wird, einige grundlegende Fragen stellen:<\/p>\n<p>* Wie soll der st\u00e4dtische Verkehr in 20-30 Jahren abgewickelt werden?<\/p>\n<p>* Wie soll sich der Modalsplit entwickeln?<\/p>\n<p>Ist der Glaube und vor allem der Wille an die deutliche Verlagerung vom MIV zum \u00d6V (und zum Radverkehr) wirklich vorhanden?<\/p>\n<p>* Glaubt man daran, dass man einen ma\u00dfgebenden Teil des Verkehrs, der derzeit dort mit Autos f\u00e4hrt, auch auf die Stra\u00dfenbahn verlagern kann?<\/p>\n<p>Wenn ja, dann spricht alles f\u00fcr die oberirdische L\u00f6sung!<\/p>\n<p>Solange es kein schl\u00fcssiges und beschlossenes Gesamtverkehrskonzept f\u00fcr den Gro\u00dfraum Linz und keine konkreten Umsetzungspl\u00e4ne f\u00fcr ein S-Bahn System im \u00f6o. Zentralraum gibt, macht es nicht viel Sinn, diesen Teil des Schienensystems im Detail zu planen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00e4nge der Tunnelstrecken der \u00d6ffis je Einwohner w\u00e4re in Linz dann h\u00f6her als in Wien! Grunds\u00e4tzlich ist es zu begr\u00fc\u00dfen, dass sich Stadt und Land vor kurzem \u00fcber die Kostenaufteilung der 2. Stra\u00dfenbahnachse in Linz geeinigt haben. 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