Die Relativierung der Bedeutung der 2. Straßenbahnachse Linz (2SBA)

Die 2SBA in der geplanten, unterirdischen Form ist nicht das Ergebnis einer offenen Variantenuntersuchung bzw. eines Gesamtverkehrskonzepts sondern weitgehend eine politische Festlegung.

Auf dieser Achse finden deutlich weniger Wege als in der Achse Landstraße statt, die auch oberirdisch gut funktioniert.

Die Entlastungswirkung der Achse Landstraße ist relativ gering

Der derzeitige Verkehr im Berich der Achse Landstraße ist nicht einfach um 1 km parallel nach Osten verschiebbar.

Mit der 2SBA sind kaum Zielwege nach Linz abgedeckt, die aber an Schlüsselstellen die Hauptstauprobleme darstellen.

Die 2SBA ist keine neue Achse sondern weitgehend ein Ersatz von bestehenden Busverbindungen. Alleine eine oberirdische Straßenbahnachse wäre schon Aufwertung genug.

Die unterirdische Straßenbahnachse ist ein Jahrhundertprojekt vor allem im Hinblick auf die Kosten (mehr als 3 x so teuer wie das bisher größte ÖV Projekt in Linz). Für ein einziges ÖV Projekt soll sehr viel Geld gebunden werden, das in anderen Bereichen abgeht und über Jahrzehnte weitere Überlegungen eines ÖV-Ausbaues in Linz blockiert.

Bei unterirdischen Haltestellen darf die Dichte der Haltestellen nicht so eng (Abstand < 400 m) gewählt werden als wenn sie oberirdisch wären. Einzelne Haltestellen mit geringem Fahrgastaufkommen (z.b. Lederergasse) rechtfertigen schon gar nicht den enormen Investitions- und Betriebsaufwand für eine unterirdische Haltestelle.

Es wurde nicht geprüft, ob eine Schienenachse für den S-Bahn-Verkehr für den Gesamtverkehr im Großraum Linz nicht wichtiger wäre (MKB, Gallneukirchen Pregarten Bahn, Einbindung anderer Achsen) als eine 2. Straßenbahnachse. Auch eine S-Bahn-Achse im Bereich der Gruberstraße oder weiter östlich könnte die Straßenbahnachse im Bereich der Landstraße entlasten.

Eine vom Straßenbahnverkehr unabhängige Schienenachse für den S-Bahn-Betrieb macht Sinn und stellt das Normalmaß im S-Bahn-Verkehr dar!

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